GESCHICHTLICHES

rund um den Computer und das Internet

 

Entstehung des Internet

Geburtsstunde des Internet

Erste Email

Entstehung des Computers

 

ARPA

1969 intensivierte ARPA Advanced Research Projects Agency (ebenfalls US Mil.) diese Untersuchungen. Wissenschaftler entwickelten im Auftrag der Militärs ein Übertragungsverfahren, das Computerdaten in kleine Päckchen zerlegt, und diese gelangen oft auf unterschiedlichen Wegen zum Empfänger. ARPA richtete über Mietleitungen ein erstes paketvermittelndes Netzwerk ein.

Neil Amstrong betrat am 21. Juli 1969 um 3.56 Uhr den Mond. Am 2. September 1969 ging in Los Angeles der erste Rechner der ARPA online. Vier Netzknotenrechner standen bis Jahresende in den Universitäten von Los Angeles (UCLA), dem Stanford Research Institute (SRI), der Uni von Santa Barbara (UCSB) und der Uni von Utah. Dieses 'Mikronetz' wurde ARPANET genannt.

1971 wuchs die Zahl der verbundene Computersysteme immerhin schon auf 23 an, 1972 bestand das ARPANET aus 20 Vermittlungsknoten und 50 Hosts. Die ersten Dienste, die zur Verfügung standen, waren Dateitransfer und Terminaldienste, ähnlich dem heutigen Telnet und FTP. Im Jahre 1971 fanden auch die ersten erfolgreichen Versuche mit der elektronischen Post, der Email, statt.

1973 telefonierte man das erste Mal über das Netz und das ARPANET wurde international: England und Norwegen wurden mit je einem Standort angeschlossen.

Am 27. Oktober 1980 kommt das ARPANET wegen einer sich explosionsartig verbreitenden Statusnachricht zum Erliegen – unabsichtlich natürlich. Die Zeit der Plagen durch Würmer und Viren wird erst um die Jahrtausendwende wirklich losbrechen. Das Netz bestand auch erst aus ca. 200 Rechnern, die allerdings von einer großen Anzahl Benutzern verwendet wurden.

Der Grundstein für den Computermassenmarkt wurde im darauf folgenden Jahr gelegt: Am 12. August 1981 brachte IBM einen PC mit dem Betriebssystem DOS der 40-Mann-Firma Microsoft heraus. In den ersten vier Monaten werden 64.000 Stück verkauft, die billigste Konfiguration (Intel 8088 Prozessor mit 4.77 MHz und 16 kB RAM) war ab 1565 US-Dollar zu haben. 1984 brachte Apple den Macintosh auf den Markt.

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INTERNET

1981 brach das Internetzeitalter endgültig an, als am 1. Jänner 1981 ARPANET auf das TCP/IP Protokoll umschaltete, so wie es noch heute in Verwendung ist. Manche Menschen sehen dieses Datum als die wahre Geburtsstunde des Internet an.

Ebenfalls in diesem Jahr wurde das Domain Name System eingeführt (bis dahin wurden nur numerische IP-Adressen verwendet) und am 15. März 1985 die erste Domain, "symbolics.com", registriert. Gratis natürlich, und für die nächsten zehn Jahre blieb die Registrierung von dot.com Domains kostenfrei.

In Österreich bot die Uni Wien erstmals 1986 Email über interne Systeme allgemein an. 1988 wurde die Domain ".at" registriert.

1989 schenkte der Brite Tim Bernes Lee, Kernphysiker und Computerspezialist am Kernforschungszentrum CERN in der Schweiz, der Welt das World Wide Web, das "weltweite (Spinnen)netz". Tim Bernes Lee entwickelte eine Sprache, mit der man Informationen auch grafisch darstellen kann, HTML Hyper Text Markup Language genannt. Mit der Progammiersprache HTML ermöglichte er auch, dass man von einer zur nächsten Seite navigieren kann (Hyperlinks).

Gleichzeitig schaffte er die Voraussetzungen dafür, dass diese Seiten auf dem Monitor dargestellt werden konnten, dafür sorgte ein Anzeigeprogramm namens "Browser"(engl. browse: blättern, stöbern). 1990 bestand das Internet bereits aus 3000 Teilnetzen mit über 200.000 Hosts.

1990 bot der erste kommerzielle Internetprovider "TheWorld" in den USA Interneteinwahl an. Die Uni Wien wurde am 10. August als erster österreichischer Knoten mit einer permanenten Leitung (64 kbps) an das weltweite Internet angeschlossen. EUnet folgte ein Jahr später als erster kommerzieller Internet Provider (ISP) Österreichs, zu diesem Zeitpunkt gab es bereits 1077 österreichische Rechner im Internet.

Allerdings hatte dieses Netz noch wenig mit dem Internet zu tun, das wir heute kennen. Es gab keine Browser, weil kaum grafische Benutzeroberflächen verbreitet waren. Bis dahin war das Internet "nur" ein Netzwerk aus Netzwerken, in dem man Computer fand und weltweit Datenpakete per FTP austauschen konnte. Im World Wide Web hingegen fand man Dokumente, es wurde ein abstrakter Informationsraum, der das Internet auch für Leute nützlich machte, die sich nicht für Computer, sondern für Informationen interessieren.

Dafür war aber eine grafische Benutzeroberfläche notwendig. Ein System wurde zwar schon 1972 von Xerox unter dem Namen "Alto" entwickelt, aber einer breiten Masse zugänglich wurde es erst mit Microsoft Windows 3.0, das am 22.5.1990 erschien. Das Internet war dabei noch kein Thema. Bill Gates sagte selbst 1993: "Das Internet interessiert uns nicht, es gibt einen Markt von vielleicht 150 Benutzern."

Marc Andreessen veröffentlichte am 21. April 1993 den ersten integrierten grafischen Browser Mosaic, zuerst für Unix-Systeme, später auch für Apple Macintosh und Microsoft Windows. Auf ihm basieren sowohl der Internet Explorer als auch Netscape. Durch die Integration von Bildern und bunten Texten machte Mosaic das Netz auch für Laien zugänglich und populär. Im Internet gab es schon zwei Millionen Rechner und immerhin 130 Webserver. Explosionsartig entstanden so ab Mitte der 90er Jahre bunte, bilderreiche Webseiten, die kinderleicht mit der Maus zu bedienen sind.

1994 hatte sich die Anzahl der Rechner auf vier Millionen verdoppelt und die Anzahl der Webserver stieg sprunghaft auf 2738. Yahoo organisierte das Web mit thematisch geordneten Linklisten und Windows 3.11 ermöglichte mit einer Zusatzsoftware nach einigem Konfigurationsaufwand den Zugang zum Internet. Erstmals gab es mehr kommerzielle als wissenschaftliche Nutzer.

Die Rechtsanwaltskanzlei Canter & Siegel machte sich das zu Nutze und überschwemmte am 5. März 1994 das Usenet mit Werbesendungen zur Greencard-Lotterie: die Geburtsstunde des "Spam", der dazu geführt hat, dass heute der Großteil des Emailverkehrs von unerwünschter Werbung stammt. Microsoft Windows 95 bescherte uns den ersten Browser von Microsoft, den Internet Explorer 1.0 und Netscape brachte seinen Navigator ins Spiel.

1998 wurde Netscape von AOL aufgekauft. Der Browser wurde ab Januar 1998 kostenlos zur Verfügung gestellt. Der in der Entwicklung stehende Netscape Communicator 5.0 wurde dann als freie Software herausgegeben, der Quellcode wurde aber nie veröffentlicht. Die Arbeit für den Netscape 5.0 sollte nicht umsonst gewesen sein und so gründete man das Projekt "Mozilla" als freies Software-Projekt, das allen zur Verfügung stehen sollte. Aus dem Mozilla Projekt wurde der Mozilla Browser.

Schnell aber erwies sich der Quellcode des Mozilla Browsers als zu aufgebläht und zu umständlich als Open-Source-Projekt und so entwickelte sich eine schlanke und abgespeckte Version mit dem Namen Phoenix (Browser) und Minotaur als Email Client.

BIOS - Hersteller Phoenix legte aus markenschutzrechtlichen Gründen gegen die Namensgebung Widerspruch ein. Aus diesem Grund entschloss man sich, den Phoenix-Web Browser in "Firebird" umzutaufen und der Email Client sollte zukünftig "Thunderbird" heißen. Letztendlich heisst der Browser "Firefox" und wird dieser Tage in der neuen Version 2.0 zum download angeboten.

Mit bis dato über 200 Millionen Downloads weltweit hat der Mozilla Firefox Browser Microsofts Internet Explorer auf den zweiten Platz verdrängt, Opera rangiert weit abgeschlagen an dritter Stelle.

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EMAIL

Der Computertechniker Ray Tomlinson, der damals beim privaten Forschungsunternehmen BBN (Bolt, Beranek and Newman) in Cambridge (Massachusetts) mit dem Aufbau des ARPANET beschäftigt war, gilt als Erfinder einer der erfolgreichsten digitalen Entwicklungen. Es gab schon gegen Ende des Jahres 1971 erste Tests, aber Anfang 1972 kamen die von ihm entwickelten Programme (SNDMSG/READMAIL) zum Einsatz, mit denen Textnachrichten bequem über ein Netzwerk verschickt und gelesen werden konnten.

Für eine eindeutige Adressierung war ein Zeichen nötig, das sonst äußerst selten gebraucht wird. Tomlinson entschied sich für das @ Zeichen, das heute ein Symbol der digitalen Kommunikation geworden ist.

Der so genannte 'Klammeraffe' trennt seit 1972 den jeweiligen Benutzernamen vom Namen des benutzten Netzwerk-Servers in jeder Mail und sorgt so für eine eindeutige Identifizierung der Adressen. Tomlinson wählte dieses Zeichen, weil es kein Buchstabe des Alphabets ist und daher vom Computer nicht versehentlich als Teil eines Personennamens interpretiert werden kann.

An der Weiterentwicklung seiner revolutionären Idee war Tomlinson nicht mehr persönlich beteiligt. Er hatte aber die grundlegenden Standards zum Versenden elektronischer Post festgelegt.

Der US-Regierungsangestellte Lawrence Roberts vom Information Processing Techniques Office entwickelte zusammen mit Steve Crocker dann 1972 Readmail weiter zu dem Programm RD. Mit RD war die Verwaltung von E-Mails möglich. Über den Header ließen sich Mails nach Betreff und Datum in Ordner sortieren, die Mails konnten auch in beliebiger Reihenfolge heruntergeladen und beantwortet werden.

Barry Wessler wiederum entwickelte RD zu NRD weiter und fügte unter anderem einen selektiven Befehl zum Löschen unerwünschter Post hinzu. 1975 richtete Steve Walker die erste Email Verteilerliste ein. In dieser Verteilerliste regt Kevin Mackenzie am 12. April 1979 an, mehr Emotionen in die trockenen Texte zu bringen, indem man -) scherzhaften Aussagen nachstellt. Doch erst am 19. September 1982 schlägt Scott Fahlman die Verwendung von :-) und :-( vor – die "Emoticons", wie man sie heute kennt. Ein Durchbruch gelang Eric Allman mit der Programmierung der Software Sendmail im Jahr 1981. Damit war es erstmals möglich, Nachrichten mit einem Mailprogramm gleichzeitig in verschiedene Netze zu versenden.

Die Email Kommunikation basiert heute auf drei Protokollen: SMTP zum Versenden und POP und IMAP zum Empfangen von Nachrichten. Der heutige Erfolg der Email war 1971 noch nicht absehbar, Tomlinsons Erfindung machte nur wenige Schlagzeilen.

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Geschichtliches über den Computer

erster Computer

30 000 v. Chr.
Erste Hinweise auf den Gebrauch von Zahlen.

1300 v. Chr.
Erstes Stellenwertsystem für Zahlen in China.

500 n. Chr.
Einführung der Ziffer "0" in ein indisches Stellenwertsystem und Entstehung des Dezimalsystems.

820
Arabisches Buch über das indische Zahlensystem von Mohammed Ibn Musy Al-Khowarizimi in Bagdad.

1202
"Liber Abaci" (Buch des Abakus) von Leonardo von Pisa: Erste komplette Darstellung des Dezimalsystems in Europa, basierend auf dem Werk von Al-Khowarizimi.

1588
Aus der Schweiz wird von bahnbrechenden Entwicklungen der Mathematik berichtet. So schuf Josef Bürgi eine Logarithmentafel.

1594
"Natürliches Logarithmensystem" des Schotten John Napier.

um 1600
Wieder ist es der schottische Lord John Napier, der die Fachwelt begeistert. Mit den Rechenstäben schafft er eine Hilfe zum Multiplizieren.

1622
Endgültige Form des Rechenschiebers durch den Engländer William Oughtred.

1623
Mechanische Rechenmaschine mit Zehnerübertrag von Wilhelm Schickard in Tübingen.

1642
Vom französischen Mathematiker Blaise Pascal kommt eine Rechenmaschine für achtstellige Additionen und Subtraktionen mit automatischem Zehnerübertrag. Vorstellung in Paris.

1673
Gottfried Wilhelm von Leibniz entwickelt eine mechanische Rechenmaschine mit Staffelwalze.

1679
Binäres (duales) Zahlensystem durch Leibniz.

1725
Lochstreifengesteuerter Webstuhl von Basile Bouchon in Lyon.

1727
Der Wiener Instrumentenmacher Antonius Braun baut eine Rechenmaschine mit Sprossenrad für die Grundrechenarten.

1728
Falcon, ein französischer Mechaniker, baut einen Webstuhl, der auf Holzbrettchen mit Lochkombination basiert.

1774
Der württembergische Pfarrer Philipp Matthäus Hahn zeigt seine Rechenmaschine mit Staffelwalzen für alle vier Grundrechenarten.

1805
In Lyon stellt Joseph-Marie Jasquard seinen Webstuhl vor. Dieser wird mit einem Lochkartenprogramm gesteuert und bringt für Unternehmen erhebliche Rationalisierungen.

1812
Entwurf der Difference Engine von Charles Babbage.

1821
Charles Xavier Thomas beginnt in Paris mit dem Aufbau eines Unternehmens für mechanische Rechenmaschinen.

1823
Charles Babbage, ein englischer Mathematiker, baut eine Differenzenmaschine, die aber aus fertigungstechnischen Gründen leider nicht funktionsfähig ist. Sie gilt trotzdem als Meilenstein.

1834/35
Konzept der programmgesteuerten Analytical Engine von Babbage.

1886
Hermann Hollerith, Sohn deutscher Auswanderer und Ingenieur, entwickelt eine elektromechanische Sortier- und Zählmaschine.

1906
Entdeckung des Verstärkereffekts an Elektronenröhren mit Gitter durch Robert von Lieben.

1919
Erste Flip-Flop-Schaltung in Röhrentechnik von Eccles und Jordan (Voraussetzung für elektronische Rechen- und Zählschaltungen).

1936
Baubeginn der elektromechanischen Rechenmaschine Z1 von Konrad Zuse in Berlin.

12. Mai 1941
Erster Computer: Vorführung der Z3 von Zuse in Berlin.

5. Dezember 1941
Volle Funktionsfähigkeit der Z3.

1942
Erster Rechner auf Röhrenbasis von John V. Atanasoff in den USA.

1944
Betriebsbeginn des von Howard H Aiken entwickelten ASCC (auch Harvard Mark I genannt) in den USA. Der amerikanische Mathematiker John von Neumann konzipiert den ersten speicherprogrammierten  Rechenautomaten.

1945
Fertigstellung des ersten vollelektronischen Rechners ENIAC (noch basierend auf dem Dezimalsystem) von J. Presper Eckert und John W. Mauchly in den USA.

1947
Erfindung des Transistors durch die Amerikaner John Bardeen, Walter H. Brattain und William B. Schockley.

1948
Erster vollelektronischer speicherprogrammierter Computer (Manchester Machine) an der Universität Manchester in Großbritannien.

1951
In den USA wird eine Rechenanlage in Betrieb genommen, die fast ausschließlich auf der Röhrentechnik basiert - der MARK III mit Magnetband.

1952
In diesem Jahr werden gleich zwei Superrechner in Betrieb genommen. Es handelt sich einmal um den EDVAC des Wissenschaftlers Neumann und um den MARK IV mit vollständiger Röhrentechnik.

1954
Beginn der Entwicklung von FORTRAN, der ersten höheren Programmiersprache.

1955
Die Bell Telephone Laboratories entwickeln den ersten Transistorrechner der Welt, der den Namen TRADIC erhält.

1957
Erste Betriebssysteme für Computer.

1958
Erste integrierte Schaltungen.

1959
Erster volltransistorisierter, in Serie hergestellter Computer (Siemens System 2002).

1961
Die Entwicklung bekommt einen Schub: Die integrierte Schaltung wird erfunden. Damit kann die Rechengeschwindigkeit erhöht und der Raumbedarf verringert werden.

1967
Aus England kommt der erste elektronische Tischrechner (Anita Mark 8) von Norman Kitz.

1968
Erster arbeitsplatzorientierter, dezentraler Computer (Nixdorf System 820).

1970
Erster Halbleiterspeicher (Intel 1103).

1971
Erster Mikroprozessor (Intel 4004).

1972
Taschenrechner gehen in Serienfertigung. Sie waren zwar noch verhältnismäßig teuer, doch war bereits der enorme Preisverfall absehbar.

1977
Der Personal-Computer erlebt seine Geburtsstunde. Ein Gerät, das diese Entwicklung markiert, ist der PET von Commodore. Eine faszinierende Entwicklung beginnt.

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